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Un poco loco - to be blue


Blues ist der Ausdruck der Trauer
die entsteht im Moment
in dem ich realisiere
dass ich mich selbst erfinden muss
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I. Buddy Bolden war der Erste, der harten Jazz und Blues zum Tanzen spielte. Hatte eine gute Band, die ausschliesslich nach Gehör spielte. Auf Umzügen liefen Bolden die Leute die ganze Canal Street nach. Sah immer prima aus. Wenn er sich ein Kornett kaufte, brachte er’s auf Hochglanz, so dass es schimmerte wie das Bein einer Frau, so erzählt Luis Jones.

II. Interview mit John Joseph über Buddy Bolden:
Interviewer: um auf Buddy Bolden zurückzukommen
John Joseph: ja
Interviewer: Er hat den Verstand verloren habe ich gehört
John Joseph: ja doch er hat den Verstand verloren in der Klapsmühle ist er gestorben
Interviewer: Ja das habe ich gehört
John Joseph: Richtig da ist er gestorben

III. Thelonious Sphere Monk, verbrachte die letzten sechs Jahre seines Lebens in einer tiefen Depression. Der Pianist Bud Powell der bei Monk gleich um die Ecke wohnte, und beim Baseball auf der Parkbank mit einer Tüte Popkorn in der Hand die Monks anfeuerte, verbrachte so viele Jahre in Nervenkliniken und Spitälern wie kaum ein anderer Musiker. Seine wichtigsten Aufnahmen machte Powell zwischen 1947 und 1951; am Ende dieser Periode entstand ein visionäres Meisterwerk mit dem Titel «Ein wenig verrückt». Altsaxofonist Charlie Parker und Bassist Charles Mingus: In musikalischer Hinsicht gibt es kaum Gemeinsamkeiten zwischen Parkers schnellem Blues «Relaxin At Camarillo» und Charles Mingus chaotischer Phantasmagorie «Hellview Of Bellevue». Der gemeinsame Nenner ist darin zu finden, dass beide Stücke nach längeren Aufenthalten in Nervenkliniken entstanden. Im Juli 1946 erlitt Parker bei einer Aufnahmesitzung in Los Angeles einen Nervenzusammenbruch. Kurze Zeit darauf steckte er sein Hotelzimmer in Brand und irrte nackt durch die Lobby. Mingus seinerseits versuchte sich 1958 mit einer Psychoanalyse von schweren Depressionen zu heilen. Trompeter und Komponist Tom Harrell hat seine Schizophrenie seit über dreissig Jahren erfolgreich im Griff. Er vergleicht seine Schizophrenie mit dem Schamanentum: Die Schamanen seien von Geistern besessen gewesen, sein Geist sei die Musik.